Buch "Die Reue & Die Bitte um Vergebung"

Buch "Die Reue & Die Bitte um Vergebung" gelesen

Zu mei­nen Bücher in der Bestel­lung vom 6. März 2013 zählt auch das Buch "Die Reue & Die Bit­te um Ver­ge­bung". Die­ses Buch ist als Soft­co­ver im Gra­na­da-Ver­lag erschie­nen. Es hat das For­mat von 15,5 cm x 21,5 cm, eine Sei­ten­an­zahl von 111 Sei­ten und die ISBN lau­tet 9783944062051.

Die Reue & Die Bitte um vergebung
Die Reue & Die Bit­te um ver­ge­bung

Das über­set­ze Buch besteht eigent­lich aus zwei Tei­len: Die Reue als Aus­zug aus dem Buch Madar­jis-Sali­kin von Ibn Qay­y­im und Die Bit­te um Ver­ge­bung als Aus­zug aus Maj­moo al-Fataa­wa von Ibn Tay­miy­yah.

Die Reue & Die Bitte um Vergebung
Die Reue & Die Bit­te um Ver­ge­bung

Der ers­te Teil, der von Ibn Qay­y­im stammt, ist gut und ver­ständ­lich nie­der­ge­schrie­ben und die Mess­lat­te des Ver­ste­hens des Texts ist nicht zu hoch ange­setzt. Ich hat­te in mei­nem vor­her­ge­hen­den Lese­be­richt über die "Geheim­nis­se des Gebets" geschrie­ben, dass jenes Buch von Ibn Qay­y­im inhalt­lich schwer ver­ständ­lich war, weil es an vie­len Stel­len spi­ri­tu­ell und nicht kon­kret geschrie­ben wur­de. Mit die­sem Teil des Buchs über die Reue konn­te ich mich aber gut anfreun­den.

Was mir beson­ders an den ers­ten Teil über die Reue gefällt, ist die Tat­sa­che, dass Ibn Qay­y­im eine klei­ne Erklä­rung über die ver­schie­de­nen Ebe­nen der Furcht macht; sprich: Defi­ni­ti­ons­er­klä­run­gen über Khauf, Khash­ya oder Rah­bla. Er stellt auch in einem eige­nen Kapi­tel Fira­sah vor; eine Wahr­neh­mung als eine beson­de­re Form des Tief­blicks. Ibn Qay­y­im belegt die Fira­sah auch mit eini­gen Bewei­sen aus dem Quran. Ich habe zwar schon eini­ge Male die­se Bewei­se beim Lesen des Quran erfasst, habe mir jedoch nie viel über die wesent­li­che Bedeu­tung nach­ge­dacht. Es ist auch zugleich fas­zi­nie­rend, wie die frü­he­ren Gelehr­ten den Quran ver­stan­den haben – ein Umstand, den ich noch ein­mal in zwei­ten Teil des Buchs von Ibn Tay­miy­yah ange­trof­fen habe.

Am Ende geht Ibn Qay­y­im auch noch über die Bedeu­tung von Taw­bah und Istigh­faar ein und deren wesent­li­cher Unter­schied unter­ein­an­der. Was mich jedoch etwas stört, ist der Umstand, dass das Team vom Gra­na­da-Ver­lag ein paar eige­ne, erzäh­len­de Wor­te in dem letz­ten 2–3 Kapi­teln mit bei­ge­fügt hat, ohne jedoch expli­zit dar­auf hin­zu­wei­sen. Der ahnungs­lo­se Leser wird dies nicht mer­ken und ein­fach den Text lesen. Bes­ser wäre es, wenn man die­se Kapi­tel am Anfang erwähnt bzw. gekenn­zeich­net, dass auch eige­ne Wor­te mit ein­flie­ßen und nicht mehr Teil der eigent­li­chen Über­set­zung sind.

Die zwei­te Hälf­te des Buchs füllt Ibn Tay­miy­yah mit sei­ner Beschrei­bung um "die Bit­te um Ver­ge­bung". Ibn Tay­miy­yahs Wort­wahl unter­schei­det sich erheb­lich von der Wort­wahl von Ibn Qay­y­im. Wäh­rend Ibn Qay­y­im mehr auf ein ein­fa­ches Ver­ste­hen sei­ner Wor­te setzt, sind bei Ibn Tay­miy­yah die Wor­te wie die eines typi­schen isla­mi­schen Gelehr­ten geprägt. Beson­ders bei die­sem Buch bemerkt man die­sen Unter­schied.

Auch wenn Ibn Tay­miy­yah nicht der "Dok­tor der Her­zen" ist, so sind doch sei­ne Wor­te um so mehr durch ein ana­ly­ti­sches Den­ken geprägt. Erken­nen lässt es dies sich dar­an, dass er zunächst im Beginn des Buchs auf­merk­sam macht, dass kei­ner grund­le­gend für eine Sün­de bestraft wird, ohne dass das Straf­maß gesetzt wor­den ist (obwohl die Sün­de an für sich mora­lisch ver­werf­lich sein kann). Mar­kant ist auch, dass zu die­sem The­ma Ibn Tay­miy­yah eini­ge dama­li­ge abge­irr­te Grup­pie­run­gen mit ihren Ansich­ten zum The­ma bringt.

Wie auch bei Ibn Qay­y­im habe ich es als beson­ders posi­tiv in dem Auf­neh­men der Bewei­se und im Lese­fluss emp­fun­den, wie ver­ständ­nis­reich die dama­li­gen Gelehr­ten den Quran ver­stan­den haben. So bringt auch Ibn Tay­miy­yah an vie­len Ecken und Sei­ten des Qurans Bewei­se über "die Bit­te um Ver­ge­bung" her­vor, dass man eigent­lich nur ins Stau­nen ver­setzt wird. Obwohl man selbst den Quran über all die Jah­re liest und gele­gent­lich in Tafsir-Büchern nach­schlägt, ist man doch immer mit sich selbst über­rascht, was in dem Quran ver­steckt ist. Man denkt sich dann dabei, dass man den Quran eigent­lich gar nicht kennt. Es ist fast wie ein Schatz, der immer neu­es Wis­sen zu Tage bringt.

Inter­es­sant fand ich auch den Aspekt in den Wor­ten Ibn Tay­miy­yahs über die bei­den Arten der Bestra­fung. Ent­we­der geschieht sie durch das Hin­zu­fü­gen von Schmerz oder Ver­lust an den Mann oder zwei­tens durch das Min­dern von guten Taten, Rang­stu­fen und einer isla­mi­schen Lebens­wei­se.

Was mich aber gestört hat sei­tens der Über­set­zung waren die typi­schen Über­set­zungs­feh­ler wie Kom­ma­set­zung oder gele­gent­li­che Groß- und Klein­schrei­bung von Sub­stan­tiv­wör­tern. Sol­che Feh­ler fin­det man in vie­len Feh­lern und es sind auch die typi­schen Feh­ler, die man an in vie­le über­setz­ten Büchern fin­det. Obwohl die for­mu­lier­te Wort­wahl durch­aus leser­freund­lich ist, lei­det die Recht­schrei­bung und die Gram­ma­tik an eini­gen Stel­len. Hier wäre es wün­schens­wert, wenn man ein prü­fen­des Auge mehr den Text ana­ly­siert, bevor das Buch ver­öf­fent­licht wer­den soll. Das run­det auch die gan­ze Sache auf.

Was man aber beim Lesen beach­ten soll­te, ist, dass man das Buch nicht wie eine Fließ­band­wa­re lest und an Ende des Lesens zum nächs­ten Buch greift. Das soll­te jedem Leser klar sein, dass das Buch nicht wie Dau­er­wa­re lesen soll­te, son­dern den Inhalt und das Wis­sen des Buchs neh­men, erler­nen und ver­in­ner­li­chen. Sonst hat das Buch für den Leser nur einen gerin­gen Nut­zen und man liest das Buch nur, weil es nach sei­nem Zwe­cke nur gele­sen wer­den muss.

Das Buch ist schon seit eini­gen Mona­ten auf dem Markt. Das Buch kos­tet 8,50 EUR und kann online bestellt wer­den z. B. unter Dar al Taqua (http://daraltaqua.de/buecher/neuerscheinung/420/die-reue-und-die-bitte-um-vergebung), Dar­u­li­lm (http://www.darulilm.de/shopware.php/verhalten-und-erziehung/824/die-reue-und-die-bitte-um-vergebung), Islam-lesen (http://islam-lesen.de/die-reue-und-die-bitte-um-vergebung.html) oder Bas­se­e­ra-Shop (http://www.basseera-shop.de/product_info.php?info=p268_die-reue—die-bitte-um-vergebung.html).

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