"Wie man das Neugeborene empfängt" durchgelesen

In mei­nen der­zei­ti­gen Marok­ko-Auf­ent­halt habe ich nun ein wei­te­res klei­nes Büch­lein über Sun­nah von Neu­ge­bo­re­nen durch­ge­le­sen: "Wie man das Neu­ge­bo­re­ne emp­fängt".

Das Buch "Wie man das Neu­ge­bo­re­ne emp­fängt" ist von der Art und Wei­se her ähn­lich auf­ge­baut wie das Buch "Das Neu­ge­bo­re­ne und die damit ver­bun­de­nen Ahkam", wel­ches ich bereits in mei­nen Blog vor­stell­te. Es gilt vie­le Gemein­sam­kei­ten im Auf­bau, aber auch eini­ge Unter­schie­de.

Ich begin­ne ein­fach mal damit, dass ich nicht die Gemein­sam­kei­ten und Unter­schie­de zuein­an­der sor­tie­re, son­dern ein­fach "on-the-fly" los­schrei­be, was mir­so  ein­fällt. Wäh­rend ich schrei­be, wer­de ich selbst­ver­ständ­lich auf die Wer­te der hier aktu­ell vor­ge­stell­ten Buchs ein­ge­hen, erwäh­ne aber auch eine Gegen­über­stel­lung zum ande­ren Buch.

Ein gro­ßer Unter­schied zu bei­den Büchern ist, dass das Buch "Wie man das Neu­ge­bo­re­ne emp­fängt" ein ein­heit­li­ches und gut anspre­chen­des Buch­lay­out auf­weist, wäh­rend das Buch "Das Neu­ge­bo­re­ne und die damit ver­bun­de­nen Ahkam" zwar ein gutes Cover prä­sen­tier­te, aber sonst eher wie ein aus­ge­druck­tes PDF-Doku­ment aus dem Inter­net gleicht. Am Buch "Wie man das Neu­ge­bo­re­ne emp­fängt" merkt man schon hin­ge­ben, dass die Ver­le­ger ihre Haus­auf­ga­ben gemacht haben und eine pro­fes­sio­nel­le Lay­out­ba­sis für ihre (bereits erschie­ne­ne, aber auch für zukünf­ti­ge) Bücher aus­ge­legt haben. Kein Wun­der auch: Das Buch "Wie man das Neu­ge­bo­re­ne emp­fängt" erschien auch IB-Ver­lag (Isla­mi­sche Biblio­thek). Denn über die Jah­re hin­weg konn­te der Ver­lag sich nun (zumin­dest optisch) eini­ges her­ge­ben. Wie gesagt, der Lay­out die­ses Buch ist in sich stim­mig und anspre­chend: Les­ba­re Schrift, DMG-Umschrift der ara­bi­schen Zei­chen, gute ara­bi­sche Schrift, Kopf­zei­len, Fuß­zei­len, Sei­ten­an­zah­len etc. (alles dabei). Hier punk­tet das Buch ganz klar.

Der Auf­bau des Buchs "Wie man das Neu­ge­bo­re­ne emp­fängt" wirkt auch struk­tu­rier­ter. Wäh­rend man im ande­ren Buch "Das Neu­ge­bo­re­ne und die damit ver­bun­de­nen Ahkam" eher eine Ansamm­lung von Kapi­teln hat­te und frag­te, wann wel­ches The­ma ein Ende hat und wo ein neu­es The­ma begann, zielt das hier vor­ge­stell­te Buch eine kla­re Auf­lis­tung und stär­ke­re Ein­tei­lung wie­der. Bei­spiels­wei­se zählt der Autor die Prak­ti­ken der Sun­nah-Hand­lung für ein Neu­ge­bo­re­nes klar auf 8 Hand­lun­gen: Dank­bar­keit gegen­über Allah (swt) anläss­lich der Geburt des Kin­des, Geburts­ver­kün­dung bzw- gra­tu­la­ti­on, Adan und Iqa­mah für das Neu­ge­bo­re­ne, Tahnik, die Namens­ge­bung, das Schnei­den des Haa­res des Neu­ge­bo­re­nen die 'Aqi­qah und nicht zuletzt der Khit­an (die männ­li­che Beschnei­dung).

Dies ist einer­seits für den Leser, denn dadurch wird dem Leser eine ein­fa­che und kla­re Auf­lis­tung der ein­zel­nen Sun­nah-Hand­lun­gen für ein Neu­ge­bo­re­nes dar­ge­bo­ten. Er muss nicht dann die­se Punk­te selbst her­aus­su­chen bzw. sich erar­bei­ten.

Wei­ter­hin gefiel mir beson­ders auch, dass die ʾAdʿiyah (أدعية, Mehr­zahl von Duʿāʾ) in die­sem Buch eine Erwäh­nung fin­den. Im ande­ren Buch "Das Neu­ge­bo­re­ne und die damit ver­bun­de­nen Ahkam" wur­den davon lei­der kein Wort erwähnt, wel­che Bitt­ge­be­te man ver­wen­den kann. Gera­de Bitt­ge­be­te haben einen hohen Stel­len­wert im Islam; sie sind das Schutz­schild eines Mu'mins vor dem Übel und ein Bei­stand in schlech­ten Zei­ten.

Aller­dings gibt es auch eini­ge The­men, die sich im Buch "Wie man das Neu­ge­bo­re­ne emp­fängt" weni­ger oder kei­ne Erwäh­nung fin­den. So z. B. die Namens­be­nen­nung eines Neu­ge­bo­re­nen. Im ande­ren Buch "Das Neu­ge­bo­re­ne und die damit ver­bun­de­nen Ahkam" wird die­ses gro­ße The­ma in eini­gen Ange­le­gen­heit ein­fach aus­führ­li­cher behan­delt. Aber auch habe ich den Ein­druck, dass die Gunster­wei­sung von Allah (swt), dass man als Mus­lim ein Kind geschenkt bekom­men hat, im hier vor­ge­stell­ten Buch ein wenig zu kurz bzw. die wich­ti­ge Bedeu­tung dahin­ter wird nicht in der Art und Wei­se über­tra­gen, wie es im ande­ren Buch "Das Neu­ge­bo­re­ne und die damit ver­bun­de­nen Ahkam" der gute Fall ist. Und außer­dem geht das hier vor­ge­stell­te Buch auf kei­ne bzw. auf weni­ge Fata­wa-Fäl­le im Bezug auf die Sun­nah-Hand­lun­gen für ein Neu­ge­bo­re­nes ein, wäh­rend im ande­ren Buch "Das Neu­ge­bo­re­ne und die damit ver­bun­de­nen Ahkam" die­se Fäl­le ein wenig mehr eine Erwäh­nung fin­den.

Fazit: Wenn ich mir bei­de Bücher ver­glei­che, dann wür­de ich sagen, dass das Buch "Wie man das Neu­ge­bo­re­ne emp­fängt" gegen­über dem ande­ren Buch eher zum Lesen emp­feh­len wür­de. Es hat zwar klei­ne­re Schwä­chen, die aber im prak­ti­schen Sin­ne gut weg­ge­steckt wer­den kön­nen.

Das Buch "Wie man das Neu­ge­bo­re­ne emp­fängt" wur­de direkt in deut­scher Spra­che von Zou­heir Sou­kah geschrie­ben. Es erschien im Jahr 2009 im IB-Ver­lag (Isla­mi­sche Biblio­thek). Das klei­ne Buch hat 81 Sei­ten (+ inkl. 4 Wer­be­sei­ten) und wur­de als Soft­co­ver in auf­rech­tem Post­kar­ten­for­mat ver­öf­fent­licht. Die ISBN ist 978–3-941111–10-3. Das Buch kos­tet (nur) 4,50 EUR und kann u. A. über fol­gen­de Online-Shops für isla­mi­sche Bücher bestellt wer­den:

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