Islamische E-Books

Seit eini­gen Jah­ren ver­su­chen diver­se Buch­ver­la­ge ihre publi­zier­te Bücher im Papier­for­mat nun auch als digi­ta­le For­mat an den klei­nen Mann zu brin­gen. Grund­sätz­lich klappt dies auch ganz, jedoch sind dem Erfolg gewis­se Gren­zen gesetzt.

Der größ­te Fak­tor die­ses mög­li­chen Erfolgs hängt schlicht mit der Gewohn­heit des Men­schen zusam­men. Damit ist zu ver­ste­hen, dass es für die meis­ten Men­schen ange­neh­mer und von der Hand­lung gewohn­ter ist, ein Buch im Papier­for­mat zu lesen, anstatt vor dem Bild­schirm. Tex­te in Bücher wer­den inten­si­ver gele­sen als digi­ta­le Tex­te, die auf Bild­schir­men ange­zeigt wer­den. Der Leser kann sich mit Tex­ten in Bücher stär­ker aus­ein­an­der­set­zen und tie­fe­re Gedan­ken­hand­lung auf­bau­en. Man kann sagen, er ist ganz auf den Inhalt des Buchs kon­zen­triert. Ein Buch eig­net sich für lan­ge Tex­te mit einem stär­ke­ren Ver­ständ­nis. Digi­ta­le Tex­te auf Bild­schir­men las­sen in vie­len Fäl­len das Auge ermü­den und es man­gelt dann an Kon­zen­tra­ti­on und geist­li­cher Aus­dau­er. Ratio­nel­le oder kur­ze Tex­te eig­nen sich hin­ge­gen aber bes­ser als digi­ta­les Lese­me­di­um. In sol­chen Fäl­len ist es hilf­rei­cher, wenn die Kern­aus­sa­ge jenes Tex­tes dem Leser erbracht wird.

Der zwei­te, gro­ße Fak­tor ist die Ver­brei­tung und der Beliebt­heits­grad von den E-Book-Readern. In der ver­gan­ge­nen Zeit konn­te man lesen, das E-Book-Reader groß im Kom­men sind. Z. T. konn­te ich es auch sehen und erken­nen. Gro­ße Buch­lä­den wie Tha­lia bie­ten E-Book-Reader wie Tali­no an oder man setzt auf den Kind­le aus dem Hau­se Ama­zon.

Noch vor eini­gen Jah­ren waren die E-Book-Reader etwas weit­ge­hend Unbe­kann­tes für das Durch­schnitts­volk in Deutsch­land. Es wur­de zwar in bestimm­ten Aktio­nen immer wie­der E-Book-Reader ange­bo­ten, aber ihre Tech­nik war im Ver­gleich zur heu­ti­gen Tech­nik schä­big gewe­sen. Heu­te hin­ge­gen nun, wo es Tablets und Smart­pho­nes gibt, hat sich die Tech­nik der E-Book-Reader eben­falls ver­bes­sert. Man kann mit ihnen so eini­ges anfan­gen.

Aber der gro­ße Hype, den man­che Main­stream-Medi­en erzeu­gen möch­ten, hat sich nicht ent­zün­det. Das beweist schlicht die Öffent­lich­keit selbst, d. h. die gewünsch­te Nut­zung kann man an den Men­schen in der Öffent­lich­keit able­sen. Da ich in mei­ner Stadt oft auf Bus- und Bus­fahr­ten ange­wie­sen bin, kann ich die Men­schen recht gut beob­ach­ten (schließ­lich wer­de ich auch als Mus­lim in Sun­nah-Klei­dung von Augen ihrer­seits gemus­tert). Die Nut­zung der erkenn­ba­ren E-Book-Reader ist schlicht zu gering. Ich erin­ne­re mich in den letz­ten zwei Jah­ren viel­leicht an fünf Per­so­nen, die in einem E-Book-Reader lasen. Ein­fach zu gerin­ger Nut­zungs­fak­tor…

Man ver­sucht nun, pro­bier­wei­se eini­ge klei­ne­re Titel als E-Book zu ver­mark­ten. Ich fin­de dies durch­aus inter­es­sant, weil es bis dato in die­ser Form es noch nicht gab. Man han­tiert zwar gern mit isla­mi­schen PDF-Doku­men­ten und bie­tet sie zum Down­load an, aber eine kom­mer­zi­el­le Ver­wen­dung von isla­mi­schen Bücher in deut­scher Spra­che als E-Book gab es noch nicht.

Ich erwar­te von die­sem gene­rel­len Ver­such zwar kei­ne Umsatz-Schla­ger, denn irgend­wo muss sich die Rea­li­tät in der der­zei­ti­gen Ver­wen­dung von E-Books auch bei den Mus­li­men wider­spie­geln. Inter­es­san­ter ist nach mei­ner Mei­nung eher der Anfangs­er­folg. Das heißt: Ver­käu­fen sich die E-Books zu Beginn dem Umstand ent­spre­chend gut oder ist eher auch der gute Anfang dem jewei­li­gen Anbie­ter ver­sagt?

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