Einblicke in das Buch "Geschichten aus Quran & Sunnah"

Vor kur­zem habe ich bei der Rabatt­ak­ti­on auf Bazarea.de zuge­schla­gen und bestellt. Nach einer Qual der Wahl habe, ent­schied ich mich, mit dem Buch "Geschich­ten aus Qur'an & Sun­nah" zu lesen. Mitt­ler­wei­le bin ich ein gutes Stück vor­wärts gekom­men und obwohl ich weni­ger als die Hälf­te die­ses Buchs durch­ge­le­sen habe, wage ich nun, eine Lese­be­richt zu schrei­ben, da das Buch gewis­ser­ma­ßen doch nach einem gleich­mä­ßi­gen Sche­ma gestrickt ist.

Bevor ich auf den direk­ten Lese­be­richt ein­ge­he, vor­weg ein paar hard facts zum Buch selbst:

Über­setzt wur­de das Buch von Salah-Aldin Sie­do ver­mut­lich direkt aus dem Ara­bi­schen. Obwohl Salah-Aldin Sie­do kei­ne Quel­le für sein Buch angibt, ver­weist er aber die Wer­ke von den bekann­ten Gelehr­ten Ibn Kat­hir selbst. Wer das Buch in Tei­len oder kom­plett gele­sen hat und zugleich auch das Buch "Die Geschich­ten der Pro­phe­ten" aus dem Hau­se IB-Ver­lag kennt, wird schnell erken­nen, dass die ers­ten 9 Geschich­ten direkt aus dem Ara­bi­schen von Ibn Kat­hirs "البداية والنهاية" stam­men, wobei Salah-Aldin Sie­do hier und da mal eige­ne Absät­ze ein­ge­scho­ben hat. Das heißt, es ist kei­ne rei­ne Über­set­zung von Ibn Kat­hirs Meis­ter­werk, da es schon der IB-Ver­lag getan hat, son­dern von den rest­li­chen Geschich­ten jenes Buchs, die der IB-Ver­lag in sei­nem ver­öf­fent­lich­ten Buch nicht ein­brach­te. Die rest­li­chen 20 Geschich­ten basie­ren auf Ereig­nis­se von eini­gen Aha­dith.

Das Buch "Geschich­ten aus Qur'an & Sun­nah" erleb­te vor gut einem hal­ben Jahr sei­ne 1. deut­sche Auf­la­ge 2013 im Al-Hadith-Ver­lag. Es hat 293 Sei­ten und ist als Hard­co­ver im For­mat 13 x 19 cm gebun­den. Es kos­tet 13,90 EUR und kann online bestellt wer­den bei:

Das Buch von Salah-Aldin Sie­do ist nicht all­zu klein und nicht all­zu groß. Er hat mei­nes Erach­tens genau die opti­ma­le Buch­di­cke, um es zu lesen. Gleich­zei­tig wird auch der Leser an Fak­ten nicht über­for­dert, aber auch an feh­len­den Infos für mög­li­che Fra­gen nicht unter­for­dert. Das Buch fast wie ein prak­ti­sches Taschen­buch für die Rei­se, einer ver­dien­ten Ruhe­zeit oder für die hal­be Stun­de Pau­se zwi­schen­durch. Man erhält zwar kein tief­grün­di­ges Wis­sen über die geschicht­li­chen Ein­zel­hei­ten, jedoch hat man nach dem Lesen ein All­ge­mein­wis­sen erhascht, da hier und da im Gehirn hän­gen­ge­blie­ben ist.

Beson­ders posi­tiv fand ich auch am Anfang des Buchs die Bio­gra­fie zum Autor Ibn Kat­hir. Erst­mals konn­te ich end­lich mal etwas aus den fami­liä­ren Umfeld von Kat­hir erfah­ren, was sonst nur spär­lich zu lesen. Auch gut sind die erklä­ren­den Fuß­no­ten zu den ein­zel­nen Namen der Hadith-Über­lie­fe­rer oder Gelehr­ten, die in dem Buch genannt wer­den. Hier erfährt eine Zusatz­in­for­ma­tio­nen über jenen Saha­ber bzw. jenen Gelehr­ten. Gern mehr bit­te davon…

Per­sön­lich bemän­geln muss ich jedoch, die Recht­schrei­bung und die Gram­ma­tik in die­sem Buch, wie man es lei­der in eini­gen isla­mi­schen Büchern in deut­scher Spra­che fin­det. Ein­mal sind es die feh­len­den Kom­ma­ta, die an eini­gen Stel­len des Buchs sein soll­ten, aber lei­der feh­len, und zwei­tens ist auch die Aus­drucks­wei­se an eini­gen Stel­len des Buchs holp­rig und lässt sich brü­chig lesen. Man merkt da zwar schnell, dass da direkt aus dem Ara­bi­schen über­setzt, jedoch muss man die­sen über­setz­ten Text in einen flie­ßend-les­ba­ren Deutsch­text schrei­ben. Mehr­heit­lich ist es Salah-Aldin Sie­do auch gelun­gen, jedoch schum­mel­ten sich ohne gro­ße Mühe eini­ge Aus­drucks­feh­ler trotz­dem ein. Es wun­dert da mich nicht, dass im Impres­sum­teil des Buchs kein Lektorat/Korrektorat ver­zeich­net ist.

Salah-Aldin Sie­do ver­wen­det zwar die DMG-Umschrift, um den gesam­ten Text pro­fes­sio­nel­ler aus­se­hen zu lesen, jedoch sind auch eini­ge Stel­len zu fin­den, wo die DMG-Umschrift ver­sag­te bzw. dass man dort ver­gaß, die­se Umschrift anzu­wen­den.

Alles in einem ist es doch ein gutes Buch mit eini­gen klei­nen Abstri­chen.

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