Die "Gnadensuren" des Al-Faruq-Instituts

Fol­gen­des ist mir schon etwas län­ger drau­ßen, dem ich bis­her wenig Beach­tung gab, aber nun mal dar­über kurz berich­ten: Die "Gna­den­su­ren" des Al-Faruq-Insti­tuts als Buch und als Hör­buch.

Da ist alles neu – sowohl der Ver­lag, als auch der Titel. Es ist frag­lich, ob das "Al-Faruq-Insti­tut" ein wirk­li­ches Insti­tuts ist oder ob man sich nur mit einem schö­nen Namen schmückt. Jeden­falls hat man auch die­sem Hau­se eine neue Quran-Über­set­zung auf den Markt gebracht, die auf den Namen "Gna­den­su­ren" hört. Jenes wird von Chaa­lid Jür­gen Nitar­dy geführt. Die­ser wird zwar auf den zuge­hö­ri­gen Pro­duk­ten mit Scheich beti­telt, aber ich fra­ge ich, wie­viel "Scheich" in ihm ste­cken mag und ob er über­haupt wür­dig ist, solch ein Titel zu tra­gen. Heut­zu­ta­ge wird ja fast jeder, der etwas Wis­sen hat und gern öffent­lich posiert, als "Scheich" bezeich­net. Naja, …

Das Gan­ze gibt es ein­mal aus Buch und dann als Hör­buch. Das Buch trägt den Titel "Gna­den­su­ren – der edle Koran in Aus­zü­gen" und offi­zi­ell ab den 18. Dez 2013 lie­fer­bar. Wie der Name schon sagt, es sich nur Aus­zü­ge davon und kei­ne kom­plet­te Über­set­zung. Über den qua­li­ta­ti­ven Über­set­zungs­in­halt sage ich gleich etwas in Ver­bin­dung mit den Hör­buch. Das Buch selbst kann im gleich­na­mi­gen Online-Shop für 9,99 EUR bestellt wer­den. Über­setzt wur­de es von Chaa­lid Jür­gen Nitar­dy.

Das Zwei­te ist das "Hör­buch Gna­den­su­ren". Hier ver­tont Chaa­lid Jür­gen Nitar­dy eben­falls die deut­sche Über­set­zung. Mir ist zwar nicht bekannt, ob es wie­der­um eine kom­plet­te Über­set­zung ist oder in Aus­zü­gen, aber ich den­ke mal, dass es ana­log dem zuge­hö­ri­gen Buch aus­zugs­wei­se zu Wort gebracht wur­de. Das gesam­te Hör­buch hat eine Spiel­dau­er von rund 9 Stun­den und ist auf meh­re­ren CDs ver­teilt. Das Hör­buch kann für 19,90 EUR bestellt wer­den.

Der Über­set­zungs­stil von Chaa­lid Jür­gen Nitar­dy ist ein recht poe­ti­scher Stil und man kann ihn weit­ge­hend mit der Art von Über­set­zung von Fried­rich Rück­ert ver­glei­chen. Die­se Über­set­zung ist beson­ders bei den klei­ne­ren Suren auf Reim­sprü­che ange­legt und klingt dem­entspre­chend auch gut; aller­dings von wort- und bedeu­tungs­ge­treu­en Über­set­zung umso­wei­ter ent­fernt.

Wer ein wenig der deut­schen Spra­che mäch­tig ist, wird auch schnell mer­ken, dass Chaa­lid Jür­gen Nitar­dy gewis­se Wör­ter benutzt, die es im heu­ti­gen, deut­schen Sprach­ge­brauch gar nicht mehr ver­wen­det wer­den, z. B. das Wort "sprei­ten" in der Bedeu­tung, dass sich etwas in der Brei­te aus­brei­tet. Das Wort "sprei­ten" gibt es heu­te noch in ver­wand­te Wor­te wie Spree (ein Fluß), Spreu (bei Wei­zen), sprie­ßen oder sprü­hen; aber auch im Eng­li­schen bei spread.

3 Gedanken zu „Die "Gnadensuren" des Al-Faruq-Instituts


  • Salam lie­ber bru­der,
    Also du kannst dem jür­gen kha­lid nicht sein titel in fra­ge stel­len:

    Heut­zu­tage wird ja fast jeder, der etwas Wis­sen hat und gern öffent­lich posiert, als “Scheich” bezeich­net.

    Glaubst du wirk­lich an die­sen satz.
    Ich bin ver­a­er­gert ueber dei­ne abge­dro­sche­ne argu­men­ta­ti­on.
    Der bru­der juer­gen hat ija­sa und wird zurecht als scheikh bez.
    Soviel ich weis.zudem posiert er nicht in der oeffentlichkeit,ehe zuhal­tung ist sei­ne maxi­me.
    Mei­ne fra­ge: hast du ueberlegt,was du ueber ihn schriebst oder ist neid im spiel?
    Sei ehr­lich.
    Ich muss sagen ich bin nei­disch auf mehr wissende,u.das spornt mich zu mehr wis­sen an.

    Antwort

    • Wa alay­kum salam

      Ich dan­ke dir vor­ab für dein Feed­back.

      Ich zitie­re mal: "'Heut­zu­tage wird ja fast jeder, der etwas Wis­sen hat und gern öffent­lich posiert, als “Scheich” bezeich­net.' Glaubst du wirk­lich an die­sen satz." Mei­ne Erfah­rung mit all jenen Per­so­nen, die sich zum Islam beken­nen beken­nen, die ein wenig gut reden kön­nen und gewis­se Ein­bli­cke in die klas­si­sche isla­mi­sche Lite­ra­tur, hat gezeigt, dass sie von ihren Zuhö­rern etc. in der Tat als "Schaikh" bezeich­net wer­den. Daher bin auch im All­ge­mein im deutsch­spra­chi­gen Raum ein wenig ver­är­gert, wenn man durch­aus leicht­fer­tig Schaikh-Titel ver­ge­ben wer­den (im ara­bi­schen Raum ist die Lage hin­ge­ben völ­lig anders und eher nor­ma­li­siert).

      Zum Zeit­punkt des Nie­der­schrei­bens des dama­li­gen Bei­trags kann­te ich die Per­son Chaa­lid Jür­gen Nitar­dy gar nicht. Jener Name war mir bis­her nie unter­ge­kom­men. Daher wirst du auch sicher ein wenig Ein­sicht haben, ins­haAl­lah, wenn ich in mei­nen Din­gen eine gewis­se Skep­sis hege bzw. dass die Kri­tik vor­ab nega­tiv aus­fal­len mag.

      Mitt­ler­wei­le weiß ich ein wenig mehr und es freut mich für Chaa­lid Jür­gen Nitar­dy umso mehr, wenn er mehr Zurück­hal­tung aus der Öffent­lich­keit zeigt und eine gewis­se Beschei­den­heit dar­legt.

      Zu dei­ner Fra­ge: "hast du ueberlegt,was du ueber ihn schriebst oder ist neid im spiel?" Ja, über­legt habe ich. Mei­ne Begrün­dung des­sen fin­dest du 1–2 Absät­ze ober­halb die­ses Kom­men­tars.

      Bara­kaAl­la­hu fiek.

      Antwort

      • Salam,
        Skep­sis ist ange­bracht aber nicht in der öffent­li­chen form. Letn erst­mal die per­son per­sön­lich kennen.ist ja auch egal ob sheik oder nicht wich­tig ist ein­fach memo­rie­tes wis­sen gepaart mit adab.
        Wenn kri­tik dann bit­te auf die bücher nicht auf per­so­nen. Es sei denn die­se bege­hen offen­si­chent­li­chen dumm­hei­ten ect.

        Antwort

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