Erste Einblicke in das Buch "Talbisu Iblis"

Vor eini­gen Tagen hat­te ich ein paar Ein­bli­cke in ein Buch erhal­ten, wel­ches eigent­li­che schon län­ger auf den isla­mi­schen Bücher­markt gibt: "Tal­bi­su Iblis – Die Täu­schun­gen des Satan" als gekürz­te Fas­sung. Es ist zwar komisch, dass ein Buch­kri­ti­ker wie mich die­ses Buch noch nicht in die Hän­de bekam; aber so ist es pas­siert.

Das Buch gibt es seit fast 9 Mona­ten, aber aus irgend­wel­chen Grün­den habe ich es mir noch nicht bestellt. Naja, jeden­falls hat ein Bru­der vor eini­gen Tagen mir erfreu­di­ger­wei­se das Buch für ein paar Tage aus­ge­lie­hen. So konn­te ich das Buch, das ich eigent­lich gern haben möch­te, genau­er mus­tern. Zwar habe ich es nicht durch­ge­le­sen – die­se Freu­de hebe ich auf, wenn ich die­se Buch abkau­fe, – zumin­dest konn­te ich aber einen klei­nen Erstein­druck bekom­men über die Beschaf­fen­heit und den Inhalt.

Das Buch behan­delt die Art und Wei­se, wie der ver­fluch­te Schay­tan die Men­schen täuscht, um sie vom Islam abzu­hal­ten und die Men­schen auf den Irr­pfad sei­ner fal­schen Leh­ren zu füh­ren. Der alt­be­kann­te, isla­mi­sche Gelehr­te Ibn al-Jaw­zi geht dabei beson­ders als Pra­xis­bei­spie­le auf die ver­schie­de­nen, fal­schen Grup­pie­run­gen ein und stellt ihren Batil vor. Fer­ner gibt er auch cha­rak­tis­ti­schen "Fehl­trit­te" ein­zel­ner Grup­pie­rungs­füh­rer wie­der.

Was mir und dem Bru­derm der mit das Buch kurz­zei­tig aus­ge­lie­hen habt, auf­ge­fal­len ist, waren die Fuß­no­ten, die manch­mal ein wenig von Rat­lo­sig­keit zeug­ten. Was ist damit mei­nen möch­te, ist, dass die bei­den tür­ki­schen Über­set­zer des Buchs in den Fuß­no­ten oft indi­rekt Rede ver­wen­de­ten ("Er sag­te, dass habe sound­so…"), was in eini­gen Fäl­len so wirkt, als wür­de man der zitier­ten Quel­le nur bedingt Ver­trau­en schen­ken.

Auch fin­det man in den Fuß­no­ten des Buchs eini­ge Anmer­kun­gen, dass man die­se oder jene Auss­sa­ge in der Quel­le nicht gefun­den hat und dass man an eini­gen Stel­len nicht weiß, was Ibn al-Jaw­zi als Autor mein­te. Es wirkt so, als hät­ten bei­de tür­ki­sche Über­set­zer nicht sehr viel Ahnung von eini­gen Din­gen. Sol­che Aus­sa­gen und Kom­men­ta­re soll­ten nach mei­ner Mei­nung eher nicht erwähnt wer­den, da man hier eine gewis­se Schwä­che zum Leser ein­ge­steht und somit auch eine gewis­se Schwä­che in der Über­set­zung.

Auch den­ke ich, dass die­se deut­sche Über­set­zung nicht direkt aus dem Ara­bi­schen stammt. Das Buch erweckt eher den Ein­druck, dass es eine Zweit­über­set­zung aus der tür­ki­schen Spra­che ist.

Im Übri­gen hat das Buch als deut­sche Über­set­zung gar kein Vor­wort. War­um eigent­lich? Ein Vor­wort eigent­lich sich in guter Wei­se, dem Leser ein paar ein­lei­ten­de Sät­ze über den Wesen des Buchs und des Autors wie­der­zu­ge­ben. Zudem fie­len mir auch eini­ge klei­ne "Kin­der­krank­hei­ten" in der Gram­ma­tik und Recht­schrei­bung auf.

Abge­se­hen davon scheint das Buch doch recht nütz­lich zu sein. Ich habe es zwar nicht durch­ge­le­sen, aber zumin­dest ange­le­sen. Mein Ein­druck ist, dass es doch einen guten Nut­zen für den Leser hat, da Ibn al-Jaw­zi auf die Täu­schun­gen des Schay­tans in den ein­zel­nen Grup­pie­rung ein­geht und der Leser erken­nen­de Merk­ma­le erfährt.

Das Buch hat 279 Sei­ten und kann im For­mat von 17 x 24 cm als Hard­co­ver unter der ISBN 978–3-944062–06-8 vor­ge­fun­den wer­den. Bestellt wer­den kann es u. A. bei Cor­do­ba-Buch, bei Basa­ri oder in der Isla­mi­schen Buch­hand­lung. Der Preis beträgt ein­heit­lich 23,90 EUR.

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