"Das Barnabas Evangelium" in neuer Auflage

Der Spohr-Ver­lag hat einen wei­te­ren alten Klas­si­ker wie­der auf­ge­legt: “Das Bar­na­bas Evan­ge­li­um”. Die­ser wird in ca. 3 Wochen erhält­lich sein.

Seit gut drei Jah­ren wer­den eini­ge von Euch schon etwas mal vom so genann­ten Bar­na­bas-Evan­ge­li­um gehört haben. Damals ging näm­lich im Jahr 2012 die­ses Evan­ge­li­um durch die Welt­pres­se. Jenes Evan­ge­li­um soll bei einer Raz­zia in der Tür­kei aus den Hän­den von Schmugg­lern sicher­ge­stellt wor­den sein. Bekannt ist die­ses Evan­ge­li­um mit dem Merk­mal, dass es ein "isla­mi­sches" Evan­ge­li­um sein soll, wel­ches das Pro­phe­ten­tum des letz­ten Gesand­ten Allahs (s.a.w.s.) ver­kün­de­te, von bevor er (s.a.w.s.) gebo­ren wur­de.

Ob das Bar­na­bas-Evan­ge­li­um authe­nisch ist oder eine Fäl­schung, ist in den Fach­krei­sen umstrit­ten. Ich per­sön­lich habe jenes Evan­ge­li­um mal gele­sen. Es wirkt wie eines der vier bekann­ten, kano­ni­schen Evan­ge­li­en, in der ver­schie­de­ne Pro­phe­zei­hun­gen über das Erschei­nen des letz­ten Gesand­ten Allahs (s.a.w.s.) vor­ko­men; gar­niert mit aus dem Chris­ten­tum nicht bekann­ten Moral­ge­schich­ten.

Obwohl ich jenes Evan­ge­li­um gele­sen habe, bezweif­le ich die Echt­heit des Evan­ge­li­ums. Einer­seits folgt die Benen­nung des Evan­ge­li­ums nach einem von den 12 Apos­tel – näm­lich dem Apos­tel Bar­na­bas – und die Nie­der­schrift soll Bar­na­bas selbst getan haben. Jedoch war dies eine dama­li­ge "Mode" der tat­säch­li­chen Schrei­ber gewe­sen, die ihren wah­ren Auto­ren­na­men ver­bor­gen hal­ten woll­ten und statt­des­sen es einem Apos­tel zuschrie­ben. Außer­dem wur­de so die Bedeut­sam­keit eines Evan­ge­li­um erhöht, weil der Text aus einem bekann­ten Apos­tel stam­men soll und nicht einem kaum bekann­ten Schrei­ber­ling. Ande­rer­seits erkennt mal auch im tür­ki­schen Exem­plar des Bar­na­bas-Evan­ge­li­ums die Zeich­nung von Kreu­zen. Jene Apos­tel, die das Evan­ge­li­um ver­fasst haben sol­len, hät­ten nie noch ein Kreuz ver­wen­det, da das Kreuz zu Zei­ten Jesu noch kei­ne Ver­wen­dung im Chris­ten­tum hat­te.

Ich hal­te es für wahr­schein­li­cher, dass jemand, der sich dem Islam zuschreibt, ein­fach eine gute Absicht hat­te und ein isla­mi­sches Evan­ge­li­um erfand. Zeit­lich und ört­lich wür­de ich die Ent­ste­hung des Bar­na­bas-Evan­ge­li­um im dama­li­gen Anda­lu­si­en wäh­rend der Zeit des Emirat/Khalifat von Cór­do­ba ein­ord­nen.

Zurück zum Buch nun: Die deut­sche Über­set­zung des Buchs ist eigent­lich eine Über­set­zung aus der eng­li­schen Aus­ga­be des Buchs. Und die eng­li­sche Über­set­zung basiert wie­der­um auf einer ita­lie­ni­schen und ältes­te voll­stän­dig erhal­te­nen Über­set­zung. Von zwei älte­ren spa­ni­schen Manu­skrip­ten ist nur noch eines frag­men­ta­risch erhal­ten und wird in Syd­ney auf­be­wahrt. Grie­chi­sche, latei­ni­sche oder ara­mäi­sche Hand­schrif­ten wur­den nie­mals ent­deckt.

Die deut­sche Über­set­zung ent­stand im Jahr 1994 und nach 20 Jah­ren bringt man nun eine Neu­auf­la­ge: 320 Sei­ten, Fest­band, Faden­hef­tung, Lese­bänd­chen, ISBN 978‑9963-40–002-7. Die Neu­auf­la­ge des Buchs wird offi­zi­ell am 20. April 2014 beim Spohr-Ver­lag zum Vor­zugs­preis für 16,80 EUR erhält­lich sein. Bei Cor­do­ba-Buch gibt es die alte Soft­co­ver-Auf­la­ge noch für 13,99 EUR zu haben.

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