Buch "Frühkindliche islamische Erziehung" im IB-Verlag angekündigt

Der IB-Ver­lag hat für das kom­men­de Jahr ein neu­es Buch ange­kün­digt: Früh­kind­li­che isla­mi­sche Erzie­hung – Ein Rat­ge­ber für die ers­ten fünf Lebens­jah­re

Im Janu­ar 2015 soll im IB-Ver­lag ein neu­es Buch her­aus­kom­men – wie es der IB-Ver­lag ges­tern ver­kün­de­te. Das Buch heißt Früh­kind­li­che isla­mi­sche Erzie­hung – Ein Rat­ge­ber für die ers­ten fünf Lebens­jah­re. Geschrie­ben wur­de es von Umm Safiy­yah bint Naj­m­ad­din. Das Buch wird als Soft­co­ver mit 144 Sei­ten im For­mat 14,8 x 21 cm erschei­nen. Die ISBN-13 lau­tet 978–3-941111–46-2. Die Ziel­grup­pe dürf­te in ers­ter Linie mus­li­mi­sche Eltern sein, die ein Kind groß zie­hen, wel­ches noch als Baby bzw. als Klein­kind gilt; also für Eltern mit Kin­dern zwi­schen 0 – 5 Jah­ren.

Mei­nes Erach­tens sieht das Buch schmuck aus und dürf­te vie­len wer­den­den Eltern bzw. Eltern, die ein Neu­ge­bo­re­nes erzie­hen, anspre­chen. Auch mich spricht die­ses Buch in gewis­ser Wei­se an. Ich bin einer fröh­li­cher Vater mei­ner Toch­ter seit ca. 9 Mona­ten.

Bei die­sem Buch han­delt es sich um leich­te Lese­kost, die nicht all­zu sehr in die Tie­fe der Mate­rie und somit in die isla­mi­sche Erzie­hung geht. Das ist auch gut so, denn die isla­mi­sche Erzie­hung ist ein Sche­ma, das man stur abhan­delt. Es ist viel­mehr etwas Sub­jek­ti­ves, was von Mus­lim zu Mus­lim unter­schied­lich auf­ge­fasst, gehand­habt und umge­setzt wird. Man lernt von ande­ren Mütter/Vätern und man macht sei­ne eige­nen Erfah­rung. Berück­sich­tigt muss in einem gewis­sen Maße auch der sozia­le Hin­ter­grund der Fami­lie, wel­che sich in der isla­mi­schen Erzie­hung eines Kin­des mit einem gewis­sen Anteil wie­der­fin­den wird.

Zum Abschluss noch der ein­füh­ren­de Bei­trags­text vom IB-Ver­lag, der dies­mal recht aus­führ­lich aus­ge­fal­len ist:

Wie kann ich mein Kind bereits vor Beginn der Schul­zeit zuhau­se för­dern und anre­gen? Was kann ich mit ihm unter­neh­men? Auf wel­che Wei­se kann ich ihm am bes­ten etwas bei­brin­gen? Wie gehe ich damit um, wenn mein Kind sich unan­ge­mes­sen ver­hält? Dies sind nur eini­ge von vie­len Fra­gen, die Eltern mir wäh­rend der lan­gen Zeit, in der ich mit Kin­dern gear­bei­tet habe, gestellt haben.

Ein zufrie­de­nes, selbst­be­wuss­tes und wohl erzo­ge­nes Kind fällt einem nicht in den Schoß. Viel­mehr ist es das Ergeb­nis gro­ßer Anstren­gun­gen und Mühen, vor allem sei­tens der Eltern.
Es genügt nicht, unse­re Kin­der zur Vor­schu­le zu schi­cken, in der Hoff­nung, die Leh­rer dort wür­den sich schon um die Erzie­hung und Bil­dung unse­rer Kin­der küm­mern. Bil­dung hat ihren Anfang in der häus­li­chen Umge­bung. Somit sind die Eltern die ers­ten und zugleich bes­ten Leh­rer ihres Kin­des. Als mus­li­mi­sche Eltern in einer nicht-mus­li­mi­schen Gesell­schaft müs­sen wir uns beson­ders gro­ße Mühe geben, den Islam ins Zen­trum unse­rer Erzie­hung zu stel­len.

Die ers­ten Kind­heits­jah­re stel­len die wich­tigs­te und zugleich rasan­tes­te Ent­wick­lungs­pha­se im Leben des Men­schen dar. Die­se Jah­re bie­ten uns die groß­ar­ti­ge Chan­ce, unse­re Kin­der zu för­dern und dafür zu sor­gen, dass sie sich zu guten Mus­li­men ent­wi­ckeln. Es ist ein schwer­wie­gen­der Feh­ler zu den­ken, Kin­der sei­en noch zu jung, um zu ler­nen oder ihre Umwelt zu ver­ste­hen. Das Gegen­teil ist der Fall. Umso jün­ger ein Kind ist, des­to schnel­ler kann es neue Infor­ma­tio­nen auf­neh­men. Ein Man­gel an för­der­li­chen Impul­sen und unste­te emo­tio­na­le Ver­hält­nis­se hin­ge­gen sind als wesent­li­che Ursa­chen für stö­ren­des Ver­hal­ten des Kin­des anzu­se­hen.

Es gibt zahl­rei­che Bücher dar­über, wie Kin­der auf­zu­zie­hen sind. Sie alle haben ihre Vor­zü­ge und ihre Weis­heit. Beim Lesen die­ser Bücher soll­ten wir jedoch dar­auf ach­ten, nur das für uns zu über­neh­men, was mit den Leh­ren Allāhs und sei­nes Gesand­ten, Allāh seg­ne ihn und schen­ke ihm Frie­den, in Ein­klang steht. Im Gegen­satz dazu gibt es jedoch nur weni­ge Erzie­hungs­ratge­ber aus isla­mi­scher Per­spek­ti­ve.

Die­ses Buch wen­det sich daher sowohl an Müt­ter als auch an Väter und bie­tet Hil­fe­stel­lung bei der isla­mi­schen Erzie­hung unse­rer Jüngs­ten. Es zeigt, wie all­täg­li­che Situa­tio­nen gere­gelt wer­den kön­nen, auf wel­che Wei­se wir uns mit unse­ren Kin­der beschäf­ti­gen kön­nen und wie wir sie dar­in unter­stüt­zen kön­nen, ihr Poten­ti­al zu ent­fal­ten. Dabei grei­fe ich zum einem auf mei­ne per­sön­li­che Erfah­rung als Mut­ter zurück und zum ande­ren auf Metho­den, die ich wäh­rend mei­ner Zeit als Erzie­he­rin ken­nen­ge­lernt habe.

Wir alle wol­len nur das Bes­te für unse­re Kin­der. Oft wis­sen wir jedoch nicht, wo und wie wir anfan­gen sol­len. isl_erzOder es man­gelt uns an der Zeit, unse­re guten Absich­ten umzu­set­zen. Ich hof­fe, dass die­ses Buch mus­li­mi­schen Eltern bei der Erzie­hung ihrer Kin­der eine Hil­fe sein wird, da es vie­le Rat­schlä­ge dar­über ent­hält, wie die Anfän­ge gestal­tet wer­den kön­nen. Zudem macht es deut­lich, dass ganz ein­fa­che Din­ge, die ohne viel Auf­wand umge­setzt wer­den kön­nen, einen sehr posi­ti­ven Ein­fluss auf das Leben unse­rer Kin­der haben kön­nen. Ich habe ver­sucht, mich bei mei­nen Aus­füh­run­gen so weit wie mög­lich auf Qurʾān und Sun­na zu stüt­zen. Alle etwai­gen Feh­ler gehen auf mich selbst zurück. Die ers­te Zeit nach der Geburt habe ich eben­so wenig the­ma­ti­siert wie Fra­gen des Fiqh in Bezug auf Kin­der. Statt­des­sen lag mir dar­an, prak­ti­sche Rat­schlä­ge zu geben, die im All­tag rele­vant und umsetz­bar sind.

Kommentar verfassen

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.