Das Buch "Kleines Lexikon deutscher Wörter arabischer Herkunft" gelesen

Im Rah­men mei­ner Recher­che zu den Ara­bis­men in der deut­schen Spra­che bin ich auf das Buch "Klei­nes Lexi­kon deut­scher Wör­ter ara­bi­scher Her­kunft" gesto­ßen, wel­ches ich gele­sen habe. Hier erfolgt nun eine Lese­re­zen­si­on.

Das Buch „Klei­nes Lexi­kon deut­scher Wör­ter ara­bi­scher Her­kunft“ ist ein recht altes Buch. Gedruckt wur­de das Buch näm­lich im Jahr 1982 und erschien im Jahr 2010 in der 8. Auf­la­ge. Offen­bar erfreut sich die­ses Buch gro­ßer Beliebt­heit.

Geschrie­ben wur­de das Buch von Nabil Osman. Die­ser Per­son ist nament­lich nicht unbe­kannt. So grün­de­te der gebo­re­ne Ägyp­ter die Sprach­schu­le "USRATI Insti­tut für Ara­bisch" in Mün­chen und brach­te gleich­na­mi­ge Bücher im Usra­ti Lehr­buch­ver­lags her­aus.

Dass das Buch „Klei­nes Lexi­kon deut­scher Wör­ter ara­bi­scher Her­kunft“ schon eini­ge Jahr­zehn­te auf dem Buckel hat, merkt man auch ganz wesent­lich dem gel­ben Cover des Buchs an. Es ist sim­pel und im wah­ren Sin­ne des Wor­tes alt­ge­ba­cken. Aber nicht nur äußer­lich erkennt man das Alter des Buchs an, son­dern auch in den im Buch ver­wen­de­ten und erläu­ter­ten Ara­bis­men. Laut Aus­sa­ge des Autors Nabil Osman lis­tet sein Buch auf ca. 140 Sei­ten fast 500 Ara­bis­men auf. Jedoch wird nur rund ein Fünf­tel die­ser Ara­bis­men in der heu­ti­gen, deut­schen All­tags­spra­che ver­wen­det. Der mehr­heit­li­che Rest der Wör­ter sind als Fremd­wör­ter für wis­sen­schaft­li­che Dis­zi­pli­nen wie Astro­no­mie oder Bot­an­tik vor­ent­hal­ten oder sind der­art alt, dass sich sozu­sa­gen aus­ge­stor­ben sind, weil sie nicht mehr gespro­chen wer­den.

Die Erläu­te­rung der ein­zel­nen Ara­bis­men sind in die­sem Buch kurz, aber infor­ma­tiv gehal­ten. Das Buch ver­wen­det sprach­wis­sen­schaft­li­che Quel­len für die ein­zel­nen ara­bi­schen Wör­ter, die als Kurz­text mit in der Erläu­te­rung ange­ge­ben wer­den.

In ein­zel­nen Fäl­len greift der Autor aber zu teils zu fal­schen Erläu­te­run­gen, wenn es ara­bi­sche Wör­ter mit isla­mi­schen Hin­ter­grund sind. Ein Bei­spiel ist der Ein­trag Dāʿī داعي. Was im isla­mi­schen Sinn eigent­lich ein Mis­sio­nar ist, der zum isla­mi­schen Glau­ben auf­ruft, ist im Buch von Nabil Osman „ein Auf­ru­fer der mus­li­mi­schen Gläu­bi­gen zum Hei­li­gen Krieg“, wo Nabil Osman auch behaup­tet, die Bezeich­nung sei „einst Name der Herr­scher von Alge­ri­en“ gewe­sen.

Das Buch ist inner­halb eines Nach­mit­tags schnell gele­sen. Es ist kurz und über­sicht­lich gehal­ten und ver­schafft so einen schnel­len Ein­blick in die Wör­ter im Deut­schen, die aus der ara­bi­schen Spra­che ent­lehnt sind. Zuwei­len soll­te man aber bei eini­gen weni­gen Erklä­run­gen von Wör­ter im isla­mi­schen Kon­text zwei­mal prü­fen, ob die Erklä­run­gen auch kor­rekt sind. Zudem sind auch vie­le Wör­ter ent­hal­ten, sind heu­te nicht mehr im all­täg­li­chen Sprach­ge­brauch oder nur spe­zi­el­len Fach­ge­bie­ten vor­ent­hal­ten sind.

Unterm Strich ist das Buch für einen schnel­len Wis­sens­blick nutz­bar. Wer jedoch einen net­ten Unter­hal­tungs­cha­rak­ter in die­sem Buch sucht, wird lei­der wenig fün­dig wer­den, da die­ses Gut zu Lasten/zu Guns­ten der infor­ma­ti­ven Kür­ze ein­ge­büßt wird.

Das Buch ist im Ver­lag "C. H. Beck" erschie­nen und mit der 8. Auf­la­ge aus dem Jahr 2010 aktu­ell ver­füg­bar. Das Buch kos­tet beim Ver­lag "C. H. Beck" 9,95 EUR, Spar­füch­se fin­den aber gebrauch­te Emx­em­pla­re die­ses Buchs für ca. 2 EUR schon auf Ama­zon.

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