Cover des Buchs "Trials and tribulations: Wisdom and benefits"

Die englische Übersetzungsgrundlage des Buchs "Prüfungen, Kummer und Drangsal – Ihre Hintergründe, Weisheiten und Nutzen"

Der­zeit lese ich und berei­te die Rezen­si­on zu dem Buch "Prü­fun­gen, Kum­mer und Drang­sal – Ihre Hin­ter­grün­de, Weis­hei­ten und Nut­zen" von den bei­den klas­si­chen Gelehr­ten und Auto­ren al-'Izz ibn 'Abdis­sa­lam und Ibn Qay­y­im al-Dschau­ziy­yah vor. Wäh­rend des Lesens habe ich mich gefragt, ob das Buch nicht eine Zweit­über­set­zung aus der eng­li­schen Spra­che sei. Aus frü­he­ren Erfah­run­gen weiß ich, dass oft aus dem Eng­li­schen über­setzt wur­de. Und auch dies­mal wur­de ich wie­der fün­dig.

Ist das Buch "Prü­fun­gen, Kum­mer und Drang­sal – Ihre Hin­ter­grün­de, Weis­hei­ten und Nut­zen" aus dem Gra­na­da-Ver­lag eine 1-zu-1-Über­set­zung aus dem Ara­bi­schen oder eher aus dem Eng­li­schen? Die­se Fra­ge hat­te ich mir wäh­rend der der­zei­ti­gen Lesens die­ses Buch gestellt. Ich erin­ner­te mich aus den ver­gan­ge­nen Jah­ren, als ich die­sen Blog betrieb, dass es damals eben­falls ten­den­zi­el­le Hin­wei­se auf eine Zweit­über­set­zung aus der eng­li­schen Spra­che gab. Die ten­den­zi­el­len Hin­wei­se waren fast abso­lu­te Gleich­heit im Inhalts­ver­zeich­nis, in der glei­chen Anzahl der Absät­ze, den glei­chen Fuß­no­ten usw.

Und auch dies­mal wur­de ich zu dem Buch "Prü­fun­gen, Kum­mer und Drang­sal – Ihre Hin­ter­grün­de, Weis­hei­ten und Nut­zen" fün­dig. Als Über­set­zungs­grund­la­ge die­ses Buchs dien­te nach mei­ner Auf­fas­sung die eng­li­sche Aus­ga­be "Tri­als And Tri­bu­la­ti­ons: Wis­dom And Bene­fits" von Dar as-Sun­nah Publishers; 1. Auf­la­ge & 2. Auf­la­ge im Jahr 2013 in Groß­bri­tan­ni­en; Über­set­zer: Abu Rumay­sah; ISBN-10: 1–904336-11–6; ISBN-13: 978–1-904336–11-2.

Die­ses eng­li­sche Buch gibt es als PDF im Inter­net bei ein­schlä­gig bekann­ten Web­sei­ten, die ohne Pro­ble­me über Goog­le erreich­bar sind. Bei Inter­es­se nach dem eng­li­sche Buch­ti­tel googeln und ihr wer­det schnell fün­dig. Ihr könnt dann, sofern ihr die deut­sche Über­set­zung euch gekauft habt, den Spaß machen, bei­de Über­set­zun­gen zu ver­glei­chen. Sie sind inhalt­lich nahe­zu iden­tisch. Nur bestimm­te Text­pas­sa­gen, die expli­zit auf den eng­li­schen, isla­mi­schen Buch­markt ver­wei­sen, wur­den ent­fernt, z. B. eine bio­gra­fi­sche Anga­be al-'Izz ibn 'Abdis­sa­lam, eine Trans­li­te­ra­ti­ons­ta­bel­le zur Umschrei­bung der ara­bi­schen Schrift­zei­chen und latei­ni­sche Buch­sta­ben und das Glos­sar zur Erklä­rung eini­ger ara­bi­scher Begrif­fe.

Die Über­set­zung des ent­spricht in etwa dem eng­li­schen Titel. Viel Spiel­raum für eine eini­ge Über­set­zung des Titels in deut­scher Spra­che hat­te man nicht. Und das ist auch gut so. So bleibt zumin­dest das genann­te The­ma im Buch­ti­tel erhal­ten. Zur Qua­li­tät der Über­set­zung aus dem Eng­li­schen ins Deut­sche kann ich lei­der nichts dazu sagen, weil ich kei­ne Über­prü­fun­gen ange­stellt habe. Die­se Auf­ga­be über­las­se ich gern jemand ande­ren, der sich dies gern anneh­men möch­te.

Ein gro­ßer Kri­tik­punkt mei­ner­seits ist jedoch die Text­ge­stal­tung in der deut­scher Über­set­zung. Ich emp­fin­de sie als man­gel­haft. So sind z. B. eini­ge DMG-Zei­chen mit einer ande­ren Schrift­art for­ma­tiert, die isla­mi­schen Liga­tu­ren sind nicht rich­tig aus­ge­rich­tet und die Text­for­ma­tie­rung der ara­bi­schen Quran-Ver­se ist nicht har­mo­nisch zum Buch. Es kann natür­lich sein, dass der Gra­na­da-Ver­lag selbst für die­se For­ma­tie­rungs­feh­ler nichts kann. Mög­li­cher­wei­se lie­gen die Pro­ble­me viel­mehr bei der jewei­li­gen Dru­cke­rei, die bestimm­te Schrift­ar­ten für den Druck des Buchs nicht besit­zen. Dadurch wer­den dann eini­ge Text­for­ma­tie­run­gen im Buch völ­lig zer­hackt. Aller­dings kann der Gra­na­da-Ver­lag die­se Defi­zi­te ver­hin­dern, indem er durch Kom­mu­ni­ka­ti­on bei der Dru­cke­rei nach­fragt, for­dert und sicher­stellt, die erfor­der­li­cher Res­sour­cen zum Druck des Buchs vor­han­den sind. Außer­dem kann man auch optio­nal vor­ab ein Pro­be­ex­em­plar des zu ver­öf­fent­li­chen­den Buchs dru­cken las­sen und die­sen Pro­be­druck begut­ach­ten, ob er stim­mig ist. Inso­fern hat der Gra­na­da-Ver­lag eine Teil­schuld an der man­gel­haf­ten Text­ge­stal­tung, da die Qua­li­täts­si­che­rung hier in Tei­len ver­sag­te.

Zum Abschluss die­ses Bei­trag zei­ge ich noch einen klei­nen Ver­gleich zwi­schen einer Sei­te aus der deut­schen Über­set­zung vom Gra­na­da-Ver­lag und der eng­li­schen Vor­la­gen­über­set­zung von Dar as-Sun­nah Publishers im Bezug auf die Text­ge­stal­tung bei­der Buch­wer­ke. Man erkennt glas­klar einen qua­li­ta­ti­ven Unter­schied.

Ich hof­fe, dass der Gra­na­da-Ver­lag die­se Defi­zi­te aner­kennt und sie aus­bes­sert.

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